Geschichte und Kultur

17 Nov 2014

Seit Auftreten der ersten Zivilisationen haben sich die Ardennen stetig weiterentwickelt, bis zu dem Lebensraum, den wir heute kennen.

Hier die spannende Zivilisationsgeschichte der Ardennen …

 

Erste Siedlungen in den Ardennen

Die Hochebenen der Ardennen wurden erstmals um 700 v. Chr. besiedelt, und zwar von den Kelten, die zur Selbstversorgung Landwirtschaft betrieben. Nach 30 bis 40 Jahren hatten die angebauten Getreidesorten, hauptsächlich Weizen und Hafer, die Böden jedoch derart ausgelaugt, dass man das Dorf verlegte und etwas weiter auf fruchtbareren Boden zog.

Aus dieser Zeit sind nur wenige Relikte erhalten: Hügelgräber, Spuren alter Wege oder Festungsanlagen wie das Oppidum von Cheslé.

 Site celtique du Cheslé

Zeit der Gallier und Römer

Mehrere Jahrhunderte lang unterstanden die Ardennen der Herrschaft des Römischen Reichs und dienten während dieser Zeit als Holzgewinnungs- und Jagdgebiet. Nach dem Bau der Römerstraße zwischen Reims und Köln, die quer durch die Ardennen führte, änderte sich die Landschaft, und entlang dieser neuen Verkehrsachse entstanden größere Landgüter. Der Wald ging zurück.

La voie romaine à hauteur de Sol Bise

Vom Jahr 1000 bis Mitte des 14. Jahrhunderts: Dorfgründungen

Nach der Besatzung durch die Merowinger erlebte die Gegend eine gewisse Blütezeit. Die Bevölkerung wuchs deutlich an, unter anderem dank technischer Neuerungen in der Landwirtschaft. Die Dörfer siedelten sich dauerhaft in der Nähe von Quellen an, wobei die Wohnhäuser meist um eine Kirche herum entstanden und die Felder im Umkreis des Dorfes lagen.

 

Ollomont

Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1700: Wechselfälle der Geschichte

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts ging die Bevölkerung durch eine beträchtliche Abkühlung des Klimas stark zurück („kleine Eiszeit“). Gegen Ende dieser Periode errichteten die reicheren Einwohner solide Häuser ganz aus Stein.

 Ferme du menil (Steinbach)

1700 bis 1880:

Das Klima erwärmte sich wieder, und es entstand ein reges Transportwesen mit neuen Verkehrswegen, auf denen Arbeitskräfte, Lebensmittel und sonstige Waren eintrafen. Die Chaussée Marie-Thérèse, neue Kanäle für die Binnenschifffahrt, doch vor allem der Bau eines Eisenbahnnetzes erschlossen die Ardenner Wirtschaft auch für entferntere Regionen.

 Kautenbach

Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1880 verdoppelte sich die Bevölkerung. Die bis dahin recht dünn besiedelten Dörfer verdichteten sich (Einführung des Nachbarrechts). Neue Häuser wurden nun aus Stein gebaut und nicht mehr aus Fachwerk und Lehm. Es entstanden neue Kirchen, die immer höher emporragten.

1847 trat in Belgien ein Gesetz zur Bewirtschaftung der unbebauten Flächen in Kraft. Hierdurch intensivierte sich die Landwirtschaft. Zu jener Zeit bepflanzte man das Heideland mit Nadelbäumen, was zu dem typischen Erscheinungsbild dieser Landstriche führte, wie wir es heute kennen.

Versant boisé

1880 bis 1960:

1880 stürzten die Ardennen mit der Entwicklung neuer Verkehrsmittel in die Krise. Die unterbeschäftigten Landarbeiter verließen das Dorf auf der Suche nach einer besser bezahlten industriellen Arbeit und ließen sich in den Eisenhüttenrevieren in Lothringen oder im Samber-Maas-Gebiet nieder.

Die Landwirtschaft musste sich weiterentwickeln und anpassen. So stieg man auf Fleisch- und Milchviehwirtschaft um und errichtete Stacheldrahtzäune, die an die Stelle der Hecken traten. Das Landschaftsbild änderte sich erneut grundlegend.

Vallée de Brisy

Belgien und das Großherzogtum Luxemburg vollzogen zu dieser Zeit unterschiedliche Entwicklungen, die noch heute an unseren Landschaften abzulesen sind. In dem Bemühen um ein wirtschaftliches Gleichgewicht zwischen dem reichen, industrialisierten Süden und dem agonisierenden ländlichen Norden beschloss der luxemburgische Staat, den Einsatz von Chemiedünger in der Landwirtschaft direkt oder indirekt zu fördern. Mit diesen Subventionen schafften es die Landwirte letztendlich, ihre Preise wettbewerbsfähig zu halten.

Aan het einde van de Tweede Wereldoorlog zullen de zware bombardementen in de Ardennen leiden tot de volledige vernietiging van de grootste dorpen. Na de oorlog worden deze in een paar jaar opnieuw opgebouwd, met de nieuwe bouwmethoden, maar vaak met respect voor de bestaande gebouwen.

Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die größten Dörfer durch die heftige Bombardierung der Ardennen komplett zerstört. Nach Kriegsende baute man sie innerhalb weniger Jahre wieder auf, mit neuen Bautechniken, aber unter Beibehaltung der alten Standorte.

 Maison du Parc Naturel 24-02-1945

1960 bis heute

Dieses Zeitalter ist durch die Verallgemeinerung des Personenkraftverkehrs geprägt, mit dem sich unsere räumliche und zeitliche Wahrnehmung grundlegend veränderte. Viele Menschen arbeiten heute in der Stadt, wohnen aber außerhalb, im Grünen, wo es ruhiger ist. Hierdurch sind an den Zubringerstraßen der Dörfer neue Einfamilienhäuser in der Art einer alleinstehenden Villa entstanden.

Dieses Phänomen hat sich im Zuge der Industrialisierung des Baugewerbes, der gestiegenen Kaufkraft einer Bevölkerungsrandgruppe und des Baus von Schnellstraßen in den 70er und 80er Jahren zur engeren Anbindung der Dörfer an die Stadtgebiete noch verschärft.

Lotissement situé à Pintsch (Photo - P. Biver)

Und was bringt die Zukunft?

Wie wir sehen, hat sich die Landschaft mit dem Aufkommen neuer Besiedlungs- und Wirtschaftsformen, neuer Techniken und auch historischer Ereignisse immer wieder verändert, doch nie so schnell wie heute. Daher ist jetzt der Punkt gekommen, uns zu besinnen und gut zu überlegen, was wir unseren Kindern hinterlassen wollen.

Parc éolien le long de la N4